Montag, 10. März 2014

Malaysia Teil 2

Penang Georgetown

Wir fahren von Langkawi nach Penang mit der Fähre. Vorher aber gehts per Taxi, hier Teksi, zur Anlegestelle. Die Fahrt über die Insel dauert gute 40 Minuten und da ist der Fixpreis von 30 Ringit (MYR) durchaus gerechtfertigt. Auch hier gibts, wie fast in jedem touristischen Ort der uns bis jetzt untergekommen ist, einen Starbucks der die Menschen mit Kaffee und Tee versorgt.
Besonders angenehm ist, dass die Preise viel leistbarer sind als zu Hause und das die aromatischen Heißgetränke nicht vor Zucker überquellen.
Die Fähre ist richtig groß und auch schnell unterwegs und schon nach zweieinhalb Stunden sind wir in Penang angekommen. Hier ist es mitlerweile recht heiß und es wird auch immer schwüler. Auf der Fähre haben wir eine deutsche Asienbummlerin kennengelernt mit der wir gemeinsam in das Viertel mit den ganzen Hotels gehen. Hier in Georgetown muss man sich da kein Taxi nehmen, wenn man von der Fähre kommt. Der Flughafen ist etwas weiter weg, da hat man dann die Wahl zwischen Bus oder Taxi. Georgetown selbst ist das alte Viertel von Penang und liegt auf einer Insel vor dem Festland. Eine große Brücke schließt die beiden Stadtteile zusammen.

Nach ein paar Versuchen finden wir eine gute Bleibe für nur 60 MYR pro Nacht. Das Bad ist nicht im Zimmer aber wir haben eine Klimaanlage und alles in dem Hotel ist sehr sauber. Da freu ich mich wieder in Asien zu sein. Sauberkeit ist einfach Standard hier.
Eine kurze Rast später sind wir wieder auf der Straße, langsam wird es dunkel und wir suchen uns etwas zu Essen. Da wir noch neu sind dauert es etwas, schließlich werden wir aber doch noch fündig und beginnen das Abendessen mit Curry, Naan und Reis.

Am nächsten Tag machen wir wieder die Stadt unsicher und spazieren durch brütende Hitze. Hier gibt es eine Menge schöne Wandmalereien und sehr schöne Moscheen zu betrachten. Nach einem langen Tag fallen wir für kurze Zeit in die Federn, um vier Uhr früh gehts mit dem Taxi zum Flughafen.
Wir fliegen in Richtung Perhentian Islands.

Perhentian Islands

Nach dem sehr kurzen Flug mit einer schönen Propellermaschine steigen wir in ein Taxi und sind eine Stunde später schon bei der Bootsanlegestelle um mit dem Schnellboot auf die Perhentian Islands überzusetzen. Die Unterkunft unserer Wahl ist leider noch zugesperrt, also nehmen wir dann einen Bungalow bei den Reef Chalets, eine äußerst gute Entscheidung, wie sich wenig später herausstellt.
Die Perhentian Islands bestechen durch Abgeschiedenheit, klares Wasser und eine sehr entspannte Atmosphäre. Wir stürzen uns gleich nach dem Auspacken ins warme Wasser und sind wohl endlich da angekommen wo jeder mal gerne hinfährt, im Paradies. Ich kann hier mal wieder eine uneingeschränkte Empfehlung für diese Destination aussprechen. Alles hier ist traumhaft, nur die Auswahl an Restaurants ist um diese Zeit noch sehr klein. Dafür müssen wir uns aber den Strand nur mit 4 anderen Leuten teilen.
Ich könnte mich jetzt in Superlativen und Werbeprospektbeschreibungen verlieren, aber das kann jeder im nächsten Reisebüro nachholen. Ja, so schön ist es hier. Schnorcheln ist übrigens auch sehr entspannend, es sei denn, man sieht ganz überraschend einen Hai. Das ist dann doch eher ein Schrecken, auch wenn man weiß, dass die Riffhaie normalerweise nicht gefährlich sind. Das Kleinhirn schaltet man nicht einfach so ab. Da waren die Riesenschildkröten dann doch ein friedlicheres Erlebnis.

Kuala Lumpur

Nach sieben Nächten, wir haben zwei Mal verlängert, können wir uns dann doch losreißen und fahren mit dem Bus nach Kuala Lumpur wo wir in einem kleinen Hotel absteigen. Gemütlich aber leider etwas dünne Wände. Wir erforschen die Stadt und gehen viel spazieren. Die Innenstadt entpuppt sich als riesiges Einkaufszentrum. Kleine Läden wechseln sich mit Shoppinmalls ab. Die Küche hier kommt aus vielen Ländern. In der selben Straße bekommt man von indischen über chinesische bis zu malayischen Gerichten alles geboten. Wir speisen nur Abends weil es unter Tags zu heiß ist und verbringen 3 Tage in Museen auf Märkten oder auf den Straßen um die schönen Moscheen und Paläste zu bewundern. Am letzten Tag gehts ab zum Flughafen von wo Patricia nach Borneo und ich nach Vietnam aufbrechen werden. In Japan werden wir uns dann in einem Monat wieder treffen.

Mittwoch, 5. März 2014

Langkawi in Malaysien

Oder anders gesagt, wie man in der Dutyfree Zone überlebt.

Einreise

Wir fliegen zum ersten Mal mit AirAsiaX und für mich ist das auch gleich das erste Mal mit einer Billig Airline bei der man alles selbst zahlen muss. Vom Essen bis zum Kaffee, Von der Decke bis zum Entertainment Programm, alles muss hier extra bezahlt werden. Wir geben uns gewohnt knausrig und daher verspeise ich vor dem Abflug noch schnell unsere letzten Vorräte. Salami und Paprika geben aber auch einiges her.
Das Entertainmentprogramm ist uns ebenso egal, wir haben ja unseren Laptop dabei.

Nach sechs Stunden kommen wir in Kuala Lumpur an und betreten freundliche 30 Grad Außentemperatur. Geradezu eine erfrischende Brise nach den 40 Grad in Australien.
Während ich brav meine Fingerabdrücke bei der Einreise abgebe, wird Patricia einfach durchgewunken.
Vielleicht sollte ich mich doch wieder mal rasieren.
Hier muss man übrigens, zu meiner großen Verwirrung, erst richtig einreisen, das Land betreten und dann wieder durch den Sicherheitscheck zu den nationalen Flügen.
Der zweite Flug ist dann eigentlich auch gleich erledigt. Wir starten, durchbrechen die Wolkendecke und dann landen wir auch schon wieder.

Langkawi Island

Der Flughafen in Langkawi ist recht gut organisiert und was uns besonders erfreut hat, die Taxis werden hier alle streng reglementiert und haben fixe Tarife für alle Destinationen. Das ist besonders gut, da wir wieder mal in der Nacht angekommen sind. Wir versuchen unser Glück zuerst bei einem recht günstigen Hostel, dort ist aber leider alles voll. Jetzt macht es sich wirklich bezahlt, dass wir auf die kleinen Rucksäcke umgestiegen sind. Wir spazieren gemütlich von einem Hotel zum nächsten und entscheiden uns dann für das Sunset Beach, einem sehr sauberen und schönen Zimmer, welches eher an der oberen Grenze unseres Budgets liegt. Trotzdem, für die erste Nacht ist das schon in Ordnung.

Nach einer Dusche stürzen wir uns ins Nachtleben und verspeisen gleich mal einen sehr exzellenten malaysischen Burger. Nach diesem Appetithäppchen steigen wir in ein Taxi und begeben uns zum nächsten Nightmarket. Hier auf der Insel gibt es verschiedene nächtliche Märkte die an unterschiedlichen Tagen geöffnet sind. Das Glück ist wie immer mit den Hungrigen und der uns am nächsten gelegene hat noch offen. Wir spazieren durch die verschiedenen Stände und lassen, ganz zu meiner Verwunderung, sämtliche Gewand, Klimbim und Kramurishops links liegen, um uns die köstlichsten Speisen um wenig Geld einzuverleiben. Es gibt Spieße, gebratene Fleisch und Krauttaschen, gedämpften Reis und verschiedene Fruchtsäfte mit oder ohne Stückchen. Nach zwei Runden geben wir auf und besteigen vollen Bauches ein Taxi zum Hotel. Die Taxifahrer sind hier wirklich freundlich und auch die Frage des Trinkgeldes erübrigt sich recht schnell. You give what you want, you can give good, you cannot give, no problem. Na bitte, also hier kein Stress.

Schoppen und Baden


Ich glaube, diese beiden Worte beschreiben die Insel Langkawi ganz eindeutig und auch in genau der Reihenfolge. Am ersten Tag haben wir ja von beidem nicht besonders viel mitbekommen, aber am nächsten Tag haben wir das nachgeholt. Der Strand ist schön weiß, nicht außerordentlich, aber sauber. Das Wasser ist grün, sehr warm und recht trüb. Schnorcheln ist hier wohl nicht drin, aber ich glaube hier geht es eher um die Wassersportarten. Alles was man sich so vorstellen kann ist möglich. Wir relaxen und lassen uns die Sonne auf den Bauch scheinen. So hab ich mir das vorgestellt. 
Nach ein paar Stunden wandern wir wieder zurück in unser Hotelzimmer, wir sind in ein weit billigeres übersiedelt. Trotzdem haben wir alle notwendigen Annehmlichkeiten. Klimaanlage und Eiskasten. Nach unseren Abenteuern in Neuseeland fühle ich mich hier wie im 5 Sterne Ressort. 

Am Abend spaziere ich durch zwei Shoppingcenter und hier zeigt sich dann das wahre Gesicht von Langkawi. Ohne es zu wissen sind wir hier in der Dutyfree Zone gelandet. Die ganze Insel besticht durch billigen Tabak, Alkohol und Schokolade. Es gibt einfach alles hier was das Leben auf amüsante Weise verkürzt. Eine Tafel Rittersport um umgerechnet 50 Cent €, 50 Ferrero Rocher um 4€ und ich glaub vom Alkohol und den Zigaretten brauch ich garnicht erst schreiben.
Wir wiederstehen fast allen Angeboten, ganz anders als die russischen und chinesischen Touristen von denen es unglaublich viele zu geben scheint.
Auch Gewand und Taschen und sonstige Artikel gibt es zu günstigen Preisen. Wer also shopping, baden und billige Genussmittel sucht, der ist hier ganz richtig. Wir werden bald wieder abreisen um einen anderen Teil von Malaysien unsicher zu machen.

Dienstag, 4. März 2014

Australien, ein Kurzbesuch

Als wir in Melbourne aus dem Flieger steigen ist es schon sehr spät. Zu unserem Glück haben wir in Neuseeland noch die Bestätigung von einem Couchsurfing Host bekommen und so können wir gleich vom Flughafen zu einem Häuschen in der Vorstadt fahren und uns dort ausschlafen. Couchsurfing hat schon Vorteile.

Melbourne City

Wir verbringen die nächsten beiden Tage damit unser Gepäck auf ein Mindestmaß zu reduzieren und die großen Rucksäcke per Seamail nach Hause zu schicken. Melbourne ist mal wieder eine richtig große Stadt, in der es bestimmt viel zu entdecken gibt. Wir schaffen es gerade mal zur Seepromenade und auch in ein großes Museum. Patricia mag nicht hineingehen aber ich sehe mir eine richtig tolle, und leider sehr teure, James Bond Ausstellung an.
Zwei mal verpassen wir den Queen Victoria Market, aber wir sind entweder zu spät oder am falschen Tag in der Stadt. Es wäre sicher toll gewesen noch mehr Zeit in der Stadt zu verbringen aber wir wollen weiter nach Ballarat, wo wir Freunde besuchen. Die Fortbewegung in Melbourne und Umgebung, also auch nach Ballarat, welches etwa 1,5 Stunden mit dem Zug entfernt liegt, kann bequem mit der sogenannten Myki Card erledigt werden. Die bekommt man schon am Flughafen für 18 Dollar und hat dann auch ein Guthaben drauf. Dieses kann an jedem Bahnsteig aufgeladen werden und dann wird die Karte nurmehr zum Ein- und Auschecken in den Linien benutzt. So ähnlich wie ein Skipass, nur leider nicht so schnell.

Ballarat

Nach unserer Zugfahrt kommen wir im schönen kleinen Städtchen Ballarat an und wandern in der Hitze, ja hier ist wirklich Sommer, zum Haus von Keating, einem Freund Patricias. Er wohnt gemeinsam mit zwei Freunden in einem tollen Haus etwas weiter außerhalb.
Die nächsten Tage verbringen wir damit gemütlich auf der Terasse zu sitzen, mal in den HotPool zu steigen, bis in die Morgenstunden zu plaudern oder aber in den Wildlife Park zu gehen. Dazu aber gleich mehr. Wir haben es uns also richtig gutgehen lassen.

Der Wildlife Park

Im Wildlife Park von Ballarat geht es eigentlich um die ganzen einheimischen Spezies die wir in Australien antreffen können. Manche davon würden wir gerne sehen, also die Känguruhs und Koalabären, andere muss ich nicht unbedingt sehen, etwa Krokodile und Giftschlangen. Hier im Park allerdings, da können wir alles in Sicherheit betrachten. Wir kaufen noch zwei Packungen Känguruhfutter und dann gehts schon los.
Das australische Hüpftier ist ja wirklich herzallerliebst anzusehen und auch zu streicheln. Kaum hat man das Futter ausgepackt, da spitzen die frei herumlaufenden Roo´s schon die Ohren und hoppeln mal sicherheitshalber herüber. Dann mampfen sie das hingehaltene Futter sehr gierig aber vorsichtig aus der Hand und sehen dabei so glücklich aus, dass man nicht umhinkommt sie zu kraulen. Das wiederum erhöht den Süßfaktor um ein Vielfaches und schnell kramt jeder weiteres Futter hervor. Man sieht also, die Kangaroos haben die Menschen richtig gut abgerichtet.

Im Park gibt es dann auch noch einen Wombat  zu streicheln und einen Koalabären ebenso. Alles wäre noch viel spannender gewesen, wenn sich nicht eine große Gruppe asiatischer Touristen mit Ellbogentaktik immer wieder vorgedrängt hätte. Irgendwann hat es dann auch dem Führer gereicht, dann war wieder etwas Ordnung zu haben.

Kryal Castle

Zwei Tage nach dem Park haben wir dann noch die lokale Ritterburg besucht. Diese Burg hat ein Australier mit Walt Disney Ambitionen vor einigen Jahrzehnten erbauen lassen, ist aber dann leider bankrott gegangen.
2012 wurde mit Renovierungen begonnen und dann voriges Jahr wiedereröffnet. Jetzt ist es ein netter Park, der auch schöne Kämpfe und sogar ein Lanzenstechen zeigt. Wir waren den ganzen Tag unterwegs, vor allem weil wir mit Keating, der dort arbeitet, hingefahren sind. Es war spannend und Patricia hat sogar einen Drachen ins Gesicht gemalt bekommen. Also, auch für die Kleinen ist gesorgt.

Great Ocean Road

Nach fünf Nächten war die Zeit bei unseren Freunden dann zu Ende und wir haben uns ein Auto ausgeborgt um damit über die Great Ocean Road nach Adelaide zu fahren. Der erste Teil der Strecke ist wirklich schön, vor allem wenn man sich die Zeit nimmt und ab und an stehen bleibt. Am Weg haben wir die 12 Apostels bei Sonnenuntergang fotografiert und anschließend fast ein Kangaroo überfahren. Es ist uns direkt auf unserer Spur entgegengekommen. Ich und das Kangaroo haben beide gleichzeitig eine Vollbremsung hingelegt, welche beim Kangaroo weit spektakulärer ausgesehen hat. Dann ist es gottseidank einfach in den nahen Busch gehüpft und damit von der Straße verschwunden.

Spät Nachts kommen wir beim Bruder eines Freundes an und werden herzlich empfangen. Wir schlafen uns so richtig aus und machen uns dann wieder auf den Weg. Das Wetter ist weiterhin sehr heiß und wir fahren zum Bluelake der eben im Sommer eine späktakuläre Farbe haben soll. So ist es dann auch. Der See sieht aus, als hätte jemand azurblaue Farbe in einen kleinen Bergkessel gegossen.

Adelaide

Unsere letzte Station vor dem Weiterflug nach Malaysien ist eine sehr lebhafte Stadt mit ausgedehnten Vororten und sehr schöner Architektur. Die Innenstadt ist auf jeden Fall den einen oder anderen Tag wert, wir hatten leider nur einen und den haben wir zur Gänze ausgenutzt. Nach einer mehr oder weniger ruhigen Nacht in einem Vorort sind wir recht früh zu einem Strand in der Nähe des Flughafens gefahren, um noch einmal zu duschen. Wir geben unser Leihauto sehr unkompliziert ab und besteigen eine Stunde später den Flieger nach Malaysien. Jetzt machen wir mal Urlaub.

Sonntag, 23. Februar 2014

Neuseeland ein Abschlussbericht


So, das war also Neuseeland. Drei Monate mit Sonnenschein und leider auch viel Regen. Wir haben es genossen in unserem eigenen Auto unterwegs zu sein und die Landschaft zu sehen. Entgegen der Erwartungen muss ich sagen, dass mir die Nordinsel besser gefallen hat als die Südinsel. Die Menschen die wir getroffen haben schwärmten zwar immer von der Südinsel, aber die Diversität der Landschaft ist, zumindest was meinen Geschmack betrifft, auf der Nordinsel größer.

Land und Leute waren ausnehmend freundlich, nur kauft man das den Neuseeländern nicht immer ab, wenn sie fragen "how goes it". Aber gut, Floskeln haben wir auch genug. Besonders gut gefallen hat mir die Offenheit mancher Orte gegenüber dem Camping. In den Regionen wo das nicht der Fall war, war dafür die Campingstimmung auch ein wenig getrübt.

Wissenswertes über die Reise

Für alle die mal nach Neuseeland wollen habe ich hier noch ein paar Tipps zusammengefasst die wahrscheinlich bei der Orientierung und beim Geldsparen helfen.

Auto:

  • Im Bestfall kauft man ein Auto in Christchurch oder einem anderen größeren Ort der Südinsel und fährt dann mit dem Gefährt bis nach Auckland um es dort, nach Abschluss der Reise, auf dem Automarkt zu verkaufen. Umgekehrt, also so wie wir es gemacht haben, ist es eher ein Glücksspiel bzw. muss man mehr Verhandlungskunst sein Eigen nennen. 
  • Benzin sollte man immer tanken wenn man auch einen großen Einkauf vorhat. Viele Supermärkte geben unterschiedliche Gutscheine wenn man zwischen 40 und 120 NZD ausgibt. So läßt sich bis zu 20 Cent pro Liter sparen. Wenn man mal nicht so viel Essen einkaufen will, dann kann man ja lange haltbare Dinge kaufen. Ein paar Flaschen Wein oder auch Vorratsdosen bieten sich an. 
  • Mechaniker sind meist überall zu finden und weit günstiger als bei uns daheim. Also nicht immer sparen, einfach mal drüberschaun lassen wenn es ganz seltsam klingt.
  • Wer Mitglied beim ÖAMTC oder ADAC ist, der kann sich hier kostenlos eine drei Monate gültige Karte vom AA holen. Da ist dann auch Roadside Assitance dabei. Hat uns sehr geholfen. Alternativ kann man da auch für 50 NZD auf eine Vollmitlgiedschaft upgraden. Find ich aber nicht notwendig, wenn man nicht ein Jahr da ist.
  • Mit der AA Karte kann man auch günstiger tanken, wenn man sich im Internet dazu anmeldet. Genaueres erfährt man direkt bei einem der Stützpunkte.

Orientierung:

  • In Neuseeland ist das Netz an Informationsständen oder zumindest Infokiosken sehr dicht. In jedem Ort findet sich zumindest ein kleiner Stand wo Prospekte zu holen sind und eine Karte der Umgebung angebracht ist.
  • Prospekte sind fast immer gratis und auch fürs Wandern ist alles ausreichend was man gratis bekommt. Natürlich sind spezielle Wanderkarten auch zu erstehen, meiner Meinung aber unnötig.
  • Eine gute Karte für ganz Neuseeland gibt es in jedem Buchgeschäft. Wer mit dem Auto unterwegs ist kann ruhig zu einem größeren Roadatlas greifen, da ist dann auch alles eingezeichnet. Sogar Gratiscampingplätze.
  • Attraktionen und Eintrittsgelder schwanken von gratis bis ausnehmend teuer. Die meisten Naturereignisse kann man völlig kostenfrei genießen.

Campen:

  • Oberste Devise beim Gratiscampen, nicht einschüchtern lassen aber freundlich und bestimmt bleiben. Meist kann man irgendwo gratis stehenbleiben. Alles was ein eingebautes Klo hat kann man fast überall abstellen. Es sei denn, es gibt ein dediziertes No Camping/Overnight Parking Schild, dann ist es besser weiterzufahren. 
  • Auf Rastplätzen neben der Straße kann man auch mal für eine Nacht stehenbleiben. Man sollte dann allerdings argumentieren, dass man zu müde zum weiterfahren war und deshalb aus Sicherheitsgründen bleibt. Da es überall an der Straße Schilder gibt, die vor den Gefahren des übermüdeten Fahrens warnen, sollte das auch kein Problem darstellen.
  • Beim Feuermachen muss man sehr vorsichtig sein aber ein Gaskocher war bis jetzt noch überall erlaubt.
  • Klos gibts nahezu überall, Duschen eher selten, außer man zahlt für die Übernachtung.
  • DOC (Department of Conservation) Campingplätze sind meist sehr sauber und ordentlich und kosten zwischen 6 und 15 NZD pro Person und Nacht. Die Preisklasse geht mit einem Mehr an Service und Einrichtungen einher. Es zahlt sich also auch aus mal etwas mehr auszugeben.
  • Eine sehr nützliche App für iphone oder Android ist die CamperMate App. Kostenlos kommt man so, auch offline, zu allen wichtigen Informationen für die Reise. Also, Campingmöglichkeit, Wc, Bankomat, Tankstelle und vieles mehr.

Essen:

  • Die Qualität der Supermarktware ist hoch und auch der Ökostandard findet sich hier. Wer also auch im Urlaub nicht auf Freilandeier verzichten mag, ist hier gut aufgehoben. Wenn man dann alles selber kocht, dann ist Neuseeland garnicht so teuer. Ein gewisses Level an Organisation und Kochkunst vorausgesetzt.
  • Essen gehen oder mal einen Kaffee trinken ist nicht anders als in den meisten europäischen Städten, gute Qualität hat ihren Preis. Wer Neuseeland also in Jugendherbergen verbringt und seine Versorgung durch Fast Food oder gar Lokale deckt, der wird mitunter mit gänzlich anderen Budgetherausforderungen konfrontiert sein, als wir das waren. Ich schätze man benötigt dann mindestens 2000 NZD pro Monat.
  • Wer gerne mal etwas Fastfood probieren mag, dem sei "Fish and Chips" empfohlen. Dies ist meist die günstigste und gleichzeitig schmackhafteste Alternative zu McD und Co.

Abschließend sei gesagt, dass Neuseeland jedem empfohlen werden kann der gerne in der Natur ist und Meer und Berge gleichzeitig erleben will.

Donnerstag, 20. Februar 2014

Christchurch Teil 2

Wir begeben uns in die Hände der letzten Couchsurfinghosts in Christchurch bevor wir nach Australien fliegen. Das junge Pärchen bei dem wir unterkommen, Laetitia und Thomas, ist ursprünglich aus Belgien und lebt derzeit hier, weil Thomas seinen Doktor in Biochemie macht. Wir treffen bei ihnen auch zwei Franzosen, die gerade dabei sind einen Van für ihr Neuseelandabenteuer zu kaufen. Freundlicherweise überlassen uns die beiden das Extrazimmer und schlafen eine Nacht im Zelt, bevor sie aufbrechen und die Insel unsicher machen. Am ersten Abend sitzen wir zu sechst am Tisch und essen alle gemeinsam. Es ist toll wenn man beim Couchsurfing so viele nette Leute kennenlernt.

Laetitia und Thomas sind gerade mal sechs Monate da und daher brauchen sie noch einige Sachen in ihrer Wohnung. Schade, dass wir die meisten unserer Plastikgeschirre und unsere Kochausrüstung schon bei den anderen Hosts gelassen haben, die beiden hätten sicher alles gut gebrauchen können. Trotzdem sind es ein paar tolle Tage bei unseren Hosts. Wir beschweren uns allgemein über den Zustand der Küche, es gibt nicht wirklich ein Nationalgericht und die meisten Neuseeländer sind keine Befürworter eines ausgedehnten gemeinsamen Essens. Nachdem wir das abgeklärt haben beschließe ich, etwas kulinarische Kultur zu verbreiten und die nächsten Tage zu kochen. Ich täusche mit Palatschinken an und folge mit einer schnellen rechts links Komination aus Kaiserschmarrn und Marillenröster. Diesem geballten Angriff eines wienerischen Zuckerschocks können sogar an belgische Schokolade gewöhnte Gaumen nicht standhalten und wir ernten zufriedene Seufzer rund um den Mittagstisch.

Thomas, der angehende Biochemiker der seine Doktorarbeit auf dem Feld der Diabetes schreibt und ich, der Primal-Esser sehen uns gegenseitig schuldbewusst an, als wir die vor uns liegenden Kasierschmarrnportionen betrachten, beschließen aber unsere Mädels davor zu beschützen, ganz alleine solche Unmengen an Kohlenhydraten zu verschlingen. Ritterlich werfen wir uns in die Bresche und tun unsere Pflicht. Jeder verdrückt zwei Portionen und dann fallen wir auf dem Sofa in das selbstinduzierte Zuckerkoma. Was tut man nicht alles für die Seinen.

Am dritten Tag treffen wir wieder auf Lissi und Simon, gehen gemeinsam eine heiße Schoko trinken und lassen noch einmal den Aufenthalt in Neuseeland Revue passieren.
Zwischen kochen, essen und schlafen spielen wir noch ein paar Brett- und Kartenspiele. Patricia ist besonders von Laetitias selbstentwickeltem Spiel angetan und wir probieren das auch ein paar mal aus. Am letzten Tag führen uns unsere Hosts noch zum Flughafen, wo wir wenig später in Richtung Australien aufbrechen.
Passenderweise regnet es noch einmal aber das ist uns jetzt auch egal, in Australien herrscht gerade die Sonne.

Montag, 10. Februar 2014

Christchurch Teil 1

Die Ankunft


Wir kommen zum letzten Aufenthaltsort unserer Neuseelandrundfahrt und erleben Christchurch bei zunächst strahlendem Sonnenschein. Die Stadt hat ja in den letzten Jahren zwei Erdbeben hinter sich gebracht und das sieht man auch. Überall werden Gebäude abgerissen und viele Bauplätze sind schon planiert und geschottert. Jetzt warten sie nur noch auf einen Käufer. So sehr das Erdbeben auch gewütet hat, zumindest über Parkplatzmangel kann man sich nicht beschweren. Leider sind auch einige sehr alte Gebäude von der Katastrophe nicht verschont geblieben und daher entweder völlig abgerissen oder aber mitten in den Renovierungsarbeiten.

Es ist allerdings der Umgang mit der Katastrophe und ihre Auswirkung, der uns besonders gut gefallen hat. Überall sind Kunstwerke entstanden und die frei gewordenen öffentlichen Räume werden, zumindest im Stadtzentrum durch diese Installationen sehr verschönert.

Als wir in die Stadt kommen entdecken wir, dass das World Buskers Festival gerade in vollem Gange ist. Straßenkünstler aus aller Welt bespaßen das Publikum und dazu gibt es verschiedene kulinarische Genüsse. Ein Franzose versichert uns, seine Churros sind mindestens genau so gut wie in Peru oder Chile. Tja, der gute Mann war wohl noch nicht in Lateinamerika. Aber zumindest war es preislich akzeptabel.

Eine Nacht verbringen wir auf einem Campingplatz in der Stadt, dann zieht es uns aus Kostengründen wieder an den Stadtrand, wo wir noch zwei Nächte bei Coes Ford verbringen.

Couchsurfing in Christchurch


Nachdem wir unser Auto ja nun bald loswerden wollen, suchen wir uns für die nächste Zeit einige Couchsurfinghosts in und um Christchurch. Wir starten unser Abenteuer bei Scott einem ehemaligen Fischer der sich nun die Zeit nimmt seinem Sohn beim Wachsen zuzusehen. Es ist sehr angenehm. Etwa eine halbe Stunde von Christchurch entfernt wohnen wir in einem gemütlichen Haus nahe einer Farm und verbringen die Tage damit, uns mal wieder in einem Bett auszuschlafen und vor dem Fernseher zu sitzen. Wenn wir nicht gerade vor der unglaublich großen Mattscheibe sitzen, dann erzählt uns Scott noch unglaublicheren Seemansgarn. Patricia entdeckt ihre Leidenschaft für Xbox Kinect. Lachlan, Scotts Sohn, freut sich immer vorrätige Spielkammeraden zu Hause zu haben. Nach fünf Tagen in diesem sehr entspannenden zu Hause fahren wir wieder nach Christchurch, um unser Auto endgültig an den Mann zu bringen.

Unsere zweite Couchsurfing Erfahrung bringt uns ganz nahe an den Strand von Christchurch, wo wir im schönen Haus von Chris und Glen unterkommen. Wir haben ein nettes putzig eingerichtetes Zimmer mit Fenster in Richtung Strand. Wenn ich mich bemühe und aufs Bett steige, dann kann ich über die nächsten Häuser hinweg das Meer sehen.
Gleich nach der ersten Nacht fahren wir zum Backpackers Carmarket und stellen dort unser Auto zum Verkauf. Die dort schon sitzenden, hauptsächlich israelischen Backpacker hatten wohl bisher kein Glück, aber wir sind trotzdem gut gelaunt und positiv. Das können wir wohl auch, denn was die für ihre Schrottkarren haben wollen ist eine Frechheit und wir sind bei weitem das beste Angebot mit unseren realistischen Preisvorstellungen.

Wenig später, wir haben gerade unseren Morgenkaffee und einen Glücksmuffin verdrückt kommt ein nettes italienisches Pärchen um sich unsere DeeDee anzusehen. Patricia sitzt noch beim Frühstück und grinst, als ich meinen inneren Autoverkäufer hervorhole und die Show starte. Fast hätten die Herrschaften zugeschlagen, aber der männliche Part wollte wohl noch etwas warten und mich am Abend zurückrufen. Na gut, ist nicht mein Problem wenn das Auto dann weg ist, aber das ist sein koffeinhaltiges Heißgetränk. Die versammelten Backpacker murmeln zufriedenstellend als ich mich wieder setze. Es liegt ein gewisses, wir hams ja gleich gwusst, in der Luft, aber davon lass ich mir die Stimmung nicht verderben.

Kaum dreißig Minuten später steht eine junge Frau vor unserem Auto, aber zuerst wird sie von einem anderen Backpacker in einem weit teureren Auto in Anspruch genommen. Ich warte selbstsicher neben unserem silbernen Prachtstück und gebe mich entspannt. Als sie wenig später aus dem anderen Auto steigt beschließe ich gleich mal einen Gang zurück zu schalten. Sie hat wohl gerade genug Verkaufssprache gehört.
Wir beginnen also unser Gespräch mit den üblichen Floskeln und ich frage nach der Herkunft. I am from Austria lächelt sie mir entgegen, na donn kemma jo Deitsch redn sage ich und lehne mich erst mal zurück. Wenig später haben wir dann schon unser Geld am Konto, Petra hat ein gutes Auto und ich lächle mein bestes, ich habs euch gsagt Lächeln, als ich an den anderen Verkäufern vorbeigehe und ihnen noch, ich konnte es mir nicht verkneifen, viel Erfolg wünsche.

Wir gehen erst mal was essen und dann bringt uns Petra noch nach Hause. Ein feiner Zug, wir überlassen ihr noch den Rest unserer Campingausrüstung ausgenommen unserer Teekanne. Beim Abendessen ruft mich dann noch das italienische Pärchen an, es ist ein sehr kurzes Gespräch. Hätte auf mich hören sollen, der junge Mann.

Samstag, 1. Februar 2014

Woolshed Creek

Nach unserer Episode am Campingplatz machen wir uns auf um noch etwas wandern zu gehen. Wir haben noch jeder drei Hüttentickets und die wollen wir noch verbrauchen. Gleich am Rückweg von Lake Camp gibt es ein paar kleine Hügel und den einen oder anderen Berg mit einem Schutzhaus. Bei Woolshed Creek gab es einmal den Versuch eine vorgefundene Kohleader abzubauen, aber dies erwies sich als unergiebig. Die Mine wurde zuletzt in den 60ern betrieben und dann aber für immer geschlossen. Nun verbleiben noch Teile der alten Schienen und die eine oder andere rostige Maschine die sich langsam vom Gras überwachsen läßt.

Wir steigen durchaus steil auf und wandern dann gemütlich über eine grasige Ebene bevor wir durch eine Schlucht zu unserer Hütte kommen. Dort haben sich auch zwei Familien für diese Nacht einquartiert. Beide sind über den Weg gekommen den wir als unseren Rückweg auserkoren haben, wenig Steigung und keine Umwege.

Leider schläft auch ein 18 Monate altes Baby bei uns im Zimmer und das hält uns die halbe Nacht wach. Am nächsten Morgen machen wir uns daher müde auf den Rückweg der sich als sehr angenehm entpuppt. Vor dem Parkplatz baden wir noch im eiskalten Gebirgsbach und dann machen wir uns auf den Weg zu unserer letzten Station bevor wir nach Christchurch hineinfahren. Coes Ford und der dortige Campingplatz entpuppt sich als sehr angenehme Zwischenstation auf der wir es dann doch auch zwei Tage aushalten.